Heinz Rebellius (Foto: Martin Huch)

14. Juni 2012

OS-Blog Teil 10

Das große Finale vom Land. Mit Haus, Country & Rebel Heinz! Und Miro Klose.

Neun Folgen OS-Blog, samt Intro also 10, sind nun seit März an Euch vorbeigezogen, liebe Gemeinde. Hoffentlich nicht unbemerkt: Ultimative Brötchen-, Verbiege-, Bänd- und Frisörtipps, unter anderen, konnten vielleicht das eine oder andere Leben ins Positive verändern. Was fehlt noch? Ach ja. Der schmerzfreieste Zahnarzt. (Den erbitte ich mir hiermit von Euch, in Kommentarform. Ich jedenfalls könnte einen gebrauchen.) Und dass endlich Sommer wird!

Jetzt aber: Zeit fürs große Finale, den vorerst letzten Brunkhorst-Beitrag auf diesem Kanal, und für den OS-Blog mit meiner persönlichen Glückszahl, der Nummer ölf (heimlich)! Es geht nach Bissendorf-Wissingen (nein, das kann man nicht essen), und um eine tolle Trias aus Heinz Rebellius, dem Osnabrücker Land und einem Knaller-Haus. Und ganz zum Schluss wird auch Miro noch kurz eingewechselt.

Rebellius? Ja, der Mann heißt wirklich so, genau wie sein Solo-Musikprojekt. Kennengelernt habe ich ihn während der Live-Hinrichtung eigentlich völlig unschuldigen Swing-Liedguts im Big Buttinsky meinerseits; unerschrocken schlug er dennoch eine musikalische Kollaboration vor. Soviel Mut muss belohnt werden – dachte sich Eure Blogfee, und lud sich prompt zum Mittagessen bei Heinz und seiner Frau Sigrid in ihr charaktervolles Landhaus ein.

Mal wieder schocken mich bereits bei der Anfahrt in mir bis dato völlig unbekannte Gefilde die unerwarteten Reize des hiesigen Umlands. Ist Osnabrück gar am schönsten, wenn man es gerade per Auto in flottem Tempo verlässt? Alpenvorland, go home, freuen sich jedenfalls der Bayern-Fan (nein, nicht in Sachen Arroganz-Arena!) und das Pälzer Meedsche in mir. Okay, so richtige Berge sind nicht in Sicht, aber satt grün, hügelig und putzig kuhbefleckt ist es im Osnabrücker Land allemal.

Und Platz haben sie da draußen, Heinz und Sigrid. Nicht nur in Wald und Feld: Seit die Kinder aus dem Haus sind (ein Sohn trägt den unfassbar coolen Namen Jonny Rebellius!), wirken selbst Sigrids Heilpraktikerpraxis und Heinz’ (der Redakteur bei Gitarre & Bass ist) Werkstatt/Büro recht verloren auf luxuriösen 2x175 Quadratmetern plus Dachboden, Nebengebäuden und Garten. Hund Robby begrüßt mich enthusiastisch, als ich den ehemaligen Gasthof, Baujahr 1888, betrete. Locker Platz zum Verlaufen bietet das älteste Gebäude Wissingens, direkt am kleinen Bahnhof gelegen. Früher hielten hier die Postkutschen an der Poststation nebenan, und die Reisenden nächtigten im heutigen Chez Heinz, gewissermaßen. Heute halten stündlich Züge nach Amsterdam in die eine und Moskau (via Berlin) in die andere Richtung.

 Gasthaus zur Post, Wissingen

Warum das Osnabrücker Land, warum Osnabrück generell? Die Fragerei folgt auf ein leckeres Mittagessen, courtesy of Sigrid, inmitten von Heinz’, sagen wir zahlreichen (nach der 10. gab ich auf) Gitarren. Die Geschichte der beiden ist ein Rock’n’Roll-Roadmovie: 1979 macht der aus der Eifel stammende Wahlberliner Rebellius Station in Cloppenburg, en route nach Amsterdam. Spontan steigt er bei einem Gig von Freunden mit auf die Bühne, noch spontaner steigt Sigrid dazu. Beide Gitarre, beide Gesang: the rest, as they say, is history.

Die gesamten 80er verbringt dann Heinz mit der Musik, von der man damals noch ganz gut leben konnte. Wenn man was konnte! Schrittchenweise zog es das Paar gen Süden, bis schließlich eine Wohnung in Bramsche zu klein wurde und die Kinder in Osnabrück zur Schule gehen sollten. Hier war Heinz unter anderem auch bei den Lokalgrößen Cliff Barnes and the Fear of Winning aktiv. Gewohnt wurde im Schinkel, bis auch dort Platzmangel die Suche nach einem großen Haus mit Vermiet-Möglichkeiten forcierte. Dass sie dann auf dem Land gelandet sind, „war insgesamt Zufall. Wir wollten da weg, wo wir gewohnt haben“, erzählt Heinz, der mittlerweile mit der Grolsch-Song-Night und seiner Band, dem Artland Country Club, über die Grenzen Osnabrücks hinaus ein Begriff sein dürfte.

Das war nicht immer so: Als sich Cliff Barnes Anfang der 90er auflösten, stand Rebellius als bekannter Musiker dennoch erstmal wieder alleine da; war wieder „der Zugezogene“. „Ich bin doch ein guter Musiker, warum ruft mich keiner an?“, fragte er sich lange vergeblich. Bis er wieder selbst aktiv wurde – mit ACC und seiner Song Night eben, die einmal im Monat donnerstags in der Lagerhalle stattfindet und Singer-Songwritern jeder Couleur eine Bühne bietet.

„Dass sie sich manchmal zu sehr selbst genügen, die Osnabrücker“, das ist dann auch sein einziger Kritikpunkt am Leben hier, an dem ihm gefällt, „dass Osnabrück nichts Besonderes hat, ein bisschen beliebig ist.“ Es gebe hier alles, was er brauche, sagt Heinz; und wenig von dem, was er nicht brauche. Was Großstädte wie Hamburg oder Berlin ausmacht, von dem werde er schnell überwältigt, und er sei nach Ausflügen dorthin jedes Mal wieder froh, wieder nach Osnabrück zu kommen.

Das wären er und Sigrid aktuell auch gerade wieder, denn ihr wunderbares Haus im Landkreis steht zum Verkauf. Es ist für sie beide nun schlicht zu groß, und sie möchten gerne wieder ein bisschen näher dran sein am Leben in der kleinen Großstadt. Interessenten dürfen sich gerne an ihn wenden. Fußballmannschaften, zum Beispiel!

Ach ja, wegen der Sache mit der 11 nochmal: Da Miro Klose wie Eure Blogfee quasi aus Kaiserslautern kommt, sollte seine Rückennummer wenigstens dieses Finale zieren. Bei der anderen Veranstaltung wissen wir’s ja noch nicht! Hier schon: ELF ELF ELF ELF ELF. Schön, oder? Wenn wir dann mal noch 11:0 gewinnen...werd’ ich wohl auch endlich Fußballfan.

Met hartelijke Groetjes, auf dem Weg, die niederländische Elftal zu trösten,

Eure Katja Brunkhorst (ik zal jullie missen, mensen!)

Kommentare

Raquel 28-08-12 06:56:
und dann kommt ein neub4 Gedankb4 daherder sagt dann aber aber, es ist so scwher.Das Leid, das muss hier wieder her.ja ja, der Gedankenteufel, der uns reitetimmer auf unserem Sche4del schreitetmal hier sticht und mal dort;der Hafer istb4s an jenem Ort.Ich gebe es DIR, mein Heilger Vaterauf dass ich wieder heile binbis zum ne4chsten aber
katja 16-06-12 18:56:
goeieavond, christoph josef,

danke für deine zeilen und die konstruktive kritik.

leider ist in so einem blogbeitrag tatsächlich selten platz, um wirklich alles erwähnenswerte zu berücksichtigen.

"mit keinem wort..." stimmt allerdings nicht ganz:
beim aufmerksamen lesen wirst du feststellen, dass ich immerhin heinz eine redakteurstätigkeit bei gitarre & bass unterstelle.

schöne grüße vom deich in die eifel (ich bin fan!),

katja
christoph josef 16-06-12 10:59:
hallo und guten morgen aus der kyllburger waldeifel,

ja - richtig - noch ein rebellius. grüsse richtung norden. als bruder von heinz freut mich der schöne bericht über ihn und sigi.
etwas gewundert hat mich allerdings, dass seine journalistischen beruflichen Erfahrungen mit keinem wort erwähnt sind. da hat er nämlich auch was drauf!!
grüsse aus der kyllburger waldeifel - hier sind wir geborden und aufgewachsen. ich wohne immer noch hier.
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